jpgpng.de

Ratgeber · best practices

Dateigröße bei JPG und PNG: warum die PNG oft größer wird

JPG komprimiert Fotos verlustbehaftet und sehr klein, PNG speichert verlustfrei und wird bei Fotos deutlich größer, bei Screenshots und Grafiken dagegen oft kleiner. Warum das so ist und wie sich die PNG-Größe gezielt reduzieren lässt.

Jan-Tristan Rudat
Jan-Tristan RudatRedakteur · Bildformate & Kompression
Veröffentlicht am ·Zuletzt geprüft am

Wer ein JPG in ein PNG umwandelt, erlebt häufig eine Überraschung: Die neue Datei ist plötzlich um ein Vielfaches größer als das Original. Aus einem schlanken Foto von wenigen hundert Kilobyte kann nach der Umwandlung eine PNG von mehreren Megabyte werden. Das wirkt zunächst widersinnig, schließlich ist das Bild dasselbe geblieben. Tatsächlich liegt der Grund tief in der Art, wie die beiden Formate Bilddaten verpacken. JPG und PNG verfolgen vollkommen unterschiedliche Ziele, und genau diese Unterschiede entscheiden darüber, ob die PNG am Ende größer oder kleiner ausfällt.

In diesem Ratgeber erklären wir, wie die beiden Kompressionsverfahren funktionieren, warum Fotos und Grafiken sich so unterschiedlich verhalten und wie du die Größe einer PNG gezielt verringern kannst, ohne die Bildqualität unnötig zu opfern.

Zwei Formate, zwei völlig verschiedene Strategien

Der zentrale Unterschied zwischen JPG und PNG liegt in der Frage, ob beim Komprimieren Bildinformationen verloren gehen dürfen oder nicht.

JPG arbeitet verlustbehaftet. Das Format darf Details, die das menschliche Auge ohnehin kaum wahrnimmt, dauerhaft wegwerfen. Diese Freiheit macht JPG enorm effizient bei Fotos. PNG hingegen arbeitet verlustfrei. Jeder einzelne Bildpunkt wird exakt so gespeichert, wie er vorliegt, und lässt sich beim Öffnen pixelgenau wiederherstellen. Diese Treue hat ihren Preis: Wenn ein Bild viele feine, kaum vorhersagbare Farbübergänge enthält, braucht PNG viel Platz, um sie alle exakt zu bewahren.

Wer den grundsätzlichen Charakter beider Formate vertiefen möchte, findet eine ausführliche Gegenüberstellung im Ratgeber JPG und PNG im direkten Vergleich.

Wie JPG komprimiert: DCT und das Weglassen von Details

JPG nutzt die sogenannte diskrete Kosinustransformation, kurz DCT. Vereinfacht gesagt zerlegt das Format das Bild in kleine Blöcke und beschreibt jeden Block nicht mehr als Sammlung einzelner Pixel, sondern als Mischung von Wellenmustern unterschiedlicher Frequenz. Grobe Strukturen, also weiche Flächen und sanfte Verläufe, werden durch wenige niederfrequente Anteile dargestellt. Feine Strukturen und harte Übergänge stecken in den hochfrequenten Anteilen.

Der entscheidende Trick: Die hochfrequenten Anteile werden stark vereinfacht oder ganz verworfen, weil unser Auge sie schlecht auflöst. Dieses Verwerfen geschieht über einen Qualitätsfaktor, den man beim Speichern einstellen kann. Je niedriger die Qualität, desto mehr wird weggelassen und desto kleiner die Datei. Bei einem Foto mit weichen Farbverläufen, etwa einem Himmel oder einer Hautpartie, funktioniert das hervorragend. JPG kann solche Motive auf einen Bruchteil ihrer ursprünglichen Datenmenge schrumpfen, ohne dass ein sichtbarer Unterschied entsteht.

Wie PNG komprimiert: Filter und DEFLATE

PNG geht einen völlig anderen Weg. Es darf nichts wegwerfen, also muss es die vorhandenen Daten möglichst clever zusammenpacken. Dafür kommen zwei Stufen zum Einsatz.

In der ersten Stufe wendet PNG sogenannte Filter an. Statt jeden Pixel absolut zu speichern, beschreibt das Format ihn oft als Differenz zum Nachbarpixel. Wenn benachbarte Pixel ähnlich sind, ergeben sich dabei viele kleine oder gleiche Werte, die sich leichter komprimieren lassen.

In der zweiten Stufe greift DEFLATE, der Kompressionsalgorithmus, der auch in ZIP-Dateien steckt und in RFC 1951 beschrieben ist. DEFLATE kombiniert zwei Techniken: Es erkennt Wiederholungen von Datenmustern und ersetzt sie durch kurze Verweise, und es codiert häufige Werte mit kürzeren Bitfolgen als seltene. Das Verfahren ist immer dann stark, wenn die Daten viele Wiederholungen und wenig Zufall enthalten.

Genau hier liegt der Kern des Problems mit Fotos.

Warum Fotos als PNG aus dem Ruder laufen

Ein typisches Foto ist für DEFLATE ein schwieriger Kandidat. Durch Rauschen des Kamerasensors, feine Texturen und sanfte Verläufe unterscheidet sich fast jeder Pixel minimal vom nächsten. Aus Sicht des Kompressors bedeutet das eine hohe Entropie, also viel Information und wenig Wiederholung. Es gibt kaum Muster, die DEFLATE kurz zusammenfassen könnte. Die PNG muss daher beinahe die volle Datenmenge speichern.

JPG dagegen darf bei genau diesem Material seine größte Stärke ausspielen. Es wirft die feinen, kaum sichtbaren Schwankungen einfach weg und behält nur das Wesentliche. Das Ergebnis: Bei einem Foto wird die PNG typischerweise deutlich größer als die JPG, oft um das Drei- bis Zehnfache. In Extremfällen liegt der Faktor noch höher.

Wichtig ist dabei ein oft übersehener Punkt: Wandelst du ein bereits komprimiertes JPG in ein PNG um, wird das Bild nicht besser. Die beim JPG-Speichern verworfenen Details sind unwiederbringlich weg. Die PNG speichert dann lediglich das verlustbehaftete Bild verlustfrei und bläht es dabei auf. Mehr dazu, wie man eine PNG ehrlich verlustfrei behält, steht im Ratgeber JPG zu PNG ohne weiteren Qualitätsverlust.

Wann die PNG kleiner und besser ist

Die Faustregel kippt vollständig, sobald das Motiv anders aussieht. Bei Screenshots, Grafiken, Logos, Diagrammen oder Bildern mit Text spielt PNG seine Vorteile aus und schlägt JPG häufig in beiden Disziplinen, also Größe und Qualität.

Der Grund liegt wieder in der Struktur der Daten. Solche Bilder bestehen aus großen einfarbigen Flächen, scharfen Kanten und vergleichsweise wenigen Farben. Für DEFLATE ist das ein Idealfall: Eine Reihe identischer Pixel lässt sich als kurzer Verweis speichern, große Flächen schrumpfen dramatisch. Gleichzeitig leidet JPG bei genau diesem Material. Die harten Kanten von Text oder Linien erzeugen hochfrequente Anteile, die JPG schlecht behandelt. Es entstehen die typischen Schmierer und Farbschleier rund um Buchstaben, oft Artefakte genannt.

Bei einem Logo mit klaren Konturen oder einem Screenshot einer Benutzeroberfläche ist die PNG daher meist kleiner als ein qualitativ ansprechendes JPG und dazu gestochen scharf. Welches Format sich für welchen Einsatz eignet, behandelt der Ratgeber Wann PNG statt JPG die bessere Wahl ist im Detail.

Übersicht: Welches Format wird wann kleiner

Die folgende Tabelle fasst die typischen Szenarien zusammen. Die Angaben sind grobe Faustregeln und können je nach Motiv und Einstellung abweichen.

MotivJPGPNGEmpfehlung
Foto mit weichen Verläufensehr kleinoft deutlich größerJPG, falls Transparenz nicht nötig
Porträt oder Naturaufnahmekleinmeist mehrfach größerJPG
Screenshot mit Textgroß, mit Artefaktenoft kleiner und scharfPNG
Logo oder Iconmittel, unsaubere Kantenklein und scharfPNG
Diagramm oder Grafikmittelhäufig kleinerPNG
Bild mit wenigen Farbenmittelsehr kleinPNG, gern als PNG-8
Bild mit Transparenznicht möglichmittel bis großPNG ist Pflicht

Die Tabelle zeigt das Muster deutlich: Je mehr ein Bild einem klassischen Foto ähnelt, desto eher gewinnt JPG bei der Größe. Je grafischer und flächiger ein Bild ist, desto eher ist PNG im Vorteil. Transparenz ist ein Sonderfall, denn JPG kann sie gar nicht abbilden. Wie der Alphakanal funktioniert, beschreibt der Ratgeber Transparenz und Alphakanal bei PNG.

So reduzierst du die Größe einer PNG

Auch wenn eine PNG groß ausfällt, gibt es mehrere wirksame Stellschrauben, um sie schlanker zu machen, ohne sie in ein verlustbehaftetes Format umwandeln zu müssen.

Farbpalette begrenzen mit PNG-8

PNG kann nicht nur Millionen Farben in voller Tiefe speichern, sondern auch in einem palettenbasierten Modus arbeiten, oft PNG-8 genannt. Dabei wird die Farbanzahl auf höchstens 256 Werte reduziert, die in einer Tabelle abgelegt werden. Für Logos, Icons und viele Grafiken reicht diese Farbanzahl völlig aus, und die Datei wird teils drastisch kleiner. Bei Fotos hingegen führt diese Reduktion meist zu sichtbaren Stufen in den Verläufen und ist daher nur bedingt geeignet.

Optimierer einsetzen

Spezialisierte Werkzeuge holen aus einer PNG noch erstaunlich viel heraus. Programme wie pngquant reduzieren die Farbanzahl intelligent und nahezu unsichtbar, während Werkzeuge wie oxipng oder OptiPNG die verlustfreie Kompression neu durchrechnen und überflüssige Daten entfernen. Solche Optimierer arbeiten ohne erkennbaren Qualitätsverlust und sind ein fester Bestandteil eines sauberen Bild-Workflows.

Auflösung anpassen

Die wirkungsvollste Maßnahme ist oft die simpelste: Wenn ein Bild ohnehin nur in kleiner Größe angezeigt wird, etwa als Vorschaubild oder in einem schmalen Inhaltsbereich, muss es nicht in voller Kameraauflösung vorliegen. Eine geringere Pixelanzahl bedeutet unmittelbar weniger Daten und damit eine kleinere Datei. Genau hier setzt auch jpgpng.de an: Beim Umwandeln kannst du optional die Breite des Bildes verkleinern lassen, sodass die fertige PNG direkt in einer passenden Größe entsteht und nicht unnötig groß wird.

Da die gesamte Umwandlung bei jpgpng.de lokal im Browser über die Canvas-Funktion läuft, verlässt deine Datei dabei zu keinem Zeitpunkt deinen Rechner. Das Verkleinern der Breite ist eine bewusste, optionale Entscheidung und kein automatischer Eingriff.

Warum die ursprüngliche JPG-Qualität die PNG-Größe mitbestimmt

Ein Punkt, der oft übersehen wird: Wie groß eine PNG aus einem Foto wird, hängt auch davon ab, wie stark das JPG vorher komprimiert wurde. Das klingt zunächst paradox, ergibt aber Sinn, wenn man sich die Kompressionsartefakte genauer ansieht.

Ein stark komprimiertes JPG enthält sichtbare Blockstrukturen und Farbschleier. Diese Artefakte sind aus Sicht des PNG-Encoders zusätzliche Bildinformation, die er pflichtbewusst und verlustfrei mitspeichert. Die harten Kanten zwischen den 8-mal-8-Pixel-Blöcken erzeugen genau die Art von hochfrequenten Übergängen, die DEFLATE nur schlecht zusammenfassen kann. Ein schwach komprimiertes JPG hoher Qualität ist dagegen glatter und enthält weniger solcher künstlichen Kanten, was die resultierende PNG manchmal sogar etwas kleiner ausfallen lässt.

Daraus folgt eine praktische Konsequenz: Wenn du die Wahl hast, geh bei einer Umwandlung immer vom hochwertigsten verfügbaren Original aus und nicht von einer bereits mehrfach gespeicherten, stark komprimierten Zwischenversion. Eine PNG kann ein schlechtes JPG nicht reparieren, sie konserviert es nur. Warum die Umwandlung grundsätzlich keine verlorene Qualität zurückbringt, vertieft der Ratgeber JPG in PNG umwandeln.

Mehrfaches Umwandeln vermeiden

Anders als beim wiederholten Speichern als JPG verschlechtert sich ein Bild durch mehrfaches Speichern als PNG nicht, weil PNG verlustfrei arbeitet. Die Datei wird dabei aber auch nicht kleiner. Wer ein Bild mehrfach hin und her zwischen Formaten konvertiert, sammelt im schlechtesten Fall die Artefakte jeder verlustbehafteten Zwischenstufe an, ohne je Größe zu sparen. Halte den Weg vom Original zum Zielformat deshalb so kurz wie möglich.

Die richtige Erwartung mitbringen

Eine größere PNG ist kein Fehler und kein Zeichen schlechter Software. Sie ist die logische Folge davon, dass PNG dein Bild ehrlich und verlustfrei speichert, während JPG zugunsten der Größe Details opfert. Welches Format das bessere ist, hängt einzig vom Motiv und vom Verwendungszweck ab.

Als Orientierung gilt: Fotos bleiben meist als JPG am sparsamsten, es sei denn, du brauchst Transparenz oder eine verlustfreie Bearbeitungskopie. Grafiken, Screenshots und alles mit scharfen Kanten und wenigen Farben sind als PNG nicht nur kleiner, sondern auch sauberer. Wer diese Logik kennt, wählt das Format bewusst und vermeidet sowohl unnötig große Dateien als auch unscharfe Ergebnisse.

Hast du einen Fehler entdeckt oder einen Quellen-Hinweis für uns? Schreib gern an info@akara-solutions.de.

Quellen

  • W3C: Portable Network Graphics (PNG) Specification
  • ietf.org RFC 1951: DEFLATE Compressed Data Format
  • MDN Web Docs: Image file type and format guide

Korrekturen oder bessere Quellen? Schreib an info@akara-solutions.de. Änderungen landen mit Datum auf /korrekturen.