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Ratgeber · grundlagen

JPG vs PNG: verlustbehaftet gegen verlustfrei im Vergleich

JPG (JPEG, 1992) komprimiert verlustbehaftet und ist perfekt für Fotos, PNG (1996) arbeitet verlustfrei mit Transparenz und glänzt bei Grafik, Text und Screenshots. Aufbau, Kompression, Farbtiefe, Transparenz und klare Faustregeln für die Formatwahl.

Mateusz Viola
Mateusz ViolaBetreiber & Tool-Entwickler
Veröffentlicht am ·Zuletzt geprüft am

JPG und PNG sind die beiden meistgenutzten Rasterbildformate im Web und auf dem Schreibtisch. Auf den ersten Blick wirken sie austauschbar, beide speichern ja schließlich ein Bild aus farbigen Bildpunkten. Doch die Art, wie sie das tun, ist grundverschieden. JPG wirft Bildinformationen gezielt weg, um kleine Dateien zu erzeugen. PNG behält jeden einzelnen Bildpunkt exakt bei. Wer das Prinzip dahinter versteht, trifft bei der Formatwahl nie wieder daneben.

Dieser Ratgeber erklärt, wie beide Formate aufgebaut sind, wie sie komprimieren, was sie bei Farbtiefe und Transparenz unterscheidet und wann welches Format die bessere Wahl ist. Am Ende findest du klare Faustregeln und eine Vergleichstabelle.

Was ist JPG (JPEG)?

JPG, oft auch JPEG geschrieben, steht für Joint Photographic Experts Group, die Arbeitsgruppe, die das Format 1992 standardisiert hat. Die offizielle Norm trägt die Bezeichnung ISO/IEC 10918-1. Die Dateiendungen .jpg und .jpeg meinen dasselbe, die kürzere Variante stammt aus der Zeit, als manche Betriebssysteme nur drei Zeichen für die Endung zuließen.

JPG ist ein verlustbehaftetes Format. Das bedeutet: Beim Speichern werden Bildinformationen bewusst und unwiderruflich entfernt. Das Verfahren stützt sich auf die diskrete Kosinustransformation (DCT). Das Bild wird in kleine Blöcke von meist acht mal acht Pixeln zerlegt. Jeder Block wird mathematisch in Frequenzanteile zerlegt, also in grobe Helligkeitsverläufe und feine Details. Feine Details, die das menschliche Auge ohnehin kaum wahrnimmt, werden anschließend grober gerundet oder ganz weggelassen. Genau hier entsteht die Kompression.

Diese Methode ist ideal für Fotos. Naturaufnahmen, Porträts und Landschaften bestehen aus weichen Farb- und Helligkeitsübergängen. Kleine Rundungsfehler fallen darin kaum auf, die Dateien werden aber dramatisch kleiner. Ein Foto kann als JPG problemlos auf ein Zehntel seiner unkomprimierten Größe schrumpfen, ohne dass das Auge einen klaren Unterschied bemerkt.

Der Preis dafür sind sogenannte Artefakte. Bei starker Kompression entstehen rund um harte Kanten, Schrift oder einfarbige Flächen sichtbare Störungen, etwa ein leichtes Flimmern oder klotzige Blockmuster. Und weil jedes erneute Speichern das Bild wieder neu komprimiert, sammeln sich diese Fehler bei mehrfachem Bearbeiten an. Diesen Effekt nennt man Generationsverlust.

Wie stark JPG komprimiert, lässt sich über einen Qualitätsregler steuern. Ein hoher Wert erhält viele Details und erzeugt größere Dateien, ein niedriger Wert spart Platz, lässt aber mehr Artefakte zu. In der Praxis liefert ein mittlerer bis hoher Qualitätswert oft den besten Kompromiss: Die Datei bleibt schlank, und die Verluste sind für das Auge kaum wahrnehmbar. Wichtig ist nur, das Original immer als unkomprimierte Datei aufzubewahren, denn aus einem stark komprimierten JPG lassen sich die verlorenen Details nicht zurückholen.

Was ist PNG?

PNG steht für Portable Network Graphics und wurde 1996 entwickelt, ursprünglich als freier Ersatz für das damals patentbelastete GIF-Format. Die Spezifikation wird vom W3C gepflegt. PNG war von Beginn an als modernes Web-Format gedacht und hat sich rasch durchgesetzt.

PNG ist ein verlustfreies Format. Beim Speichern geht kein einziger Bildpunkt verloren, das gespeicherte Bild ist eine exakte Rekonstruktion des Originals. Möglich macht das ein zweistufiges Verfahren. Zuerst werden die Pixelzeilen durch sogenannte Filter so umgeschrieben, dass benachbarte, ähnliche Werte zu Mustern werden. Danach komprimiert der DEFLATE-Algorithmus, dieselbe Technik, die auch in ZIP-Dateien steckt, diese Muster verlustfrei zusammen. Es wird also nichts weggeworfen, sondern nur platzsparender notiert.

Dieses Prinzip spielt seine Stärke überall dort aus, wo Flächen gleicher Farbe und harte Kanten dominieren: bei Logos, Symbolen, Diagrammen, Bildschirmfotos und Bildern mit Text. Solche Inhalte bleiben in PNG gestochen scharf, ohne jegliche Artefakte. Bei Fotos hingegen wird PNG schnell sehr groß, weil verlustfreie Kompression bei den unzähligen feinen Farbabstufungen einer Naturaufnahme wenig einsparen kann.

Ein weiteres Markenzeichen von PNG ist der Alphakanal, also echte Transparenz. Mehr dazu im Abschnitt zur Transparenz und ausführlich im Ratgeber PNG-Transparenz und Alphakanal erklärt.

Ein praktischer Vorteil der verlustfreien Arbeitsweise: Du kannst ein PNG beliebig oft öffnen, bearbeiten und wieder speichern, ohne dass die Qualität leidet. Jede gespeicherte Version ist so scharf wie die vorherige. Das macht PNG zum bevorzugten Format für Arbeitskopien, Zwischenstände und überall dort, wo ein Bild noch mehrere Bearbeitungsschritte durchläuft.

Kompression im direkten Vergleich

Der Kern des Unterschieds liegt in einer einzigen Frage: Darf das Format Bildinformation wegwerfen oder nicht?

  • JPG, verlustbehaftet: Wirft gezielt feine Details weg, die das Auge kaum sieht. Ergebnis: sehr kleine Dateien, aber das Original lässt sich nie vollständig zurückgewinnen. Die Stärke der Kompression ist über einen Qualitätsregler steuerbar, meist von 0 bis 100.
  • PNG, verlustfrei: Behält jeden Bildpunkt exakt. Ergebnis: perfekte Treue, aber bei detailreichen Fotos deutlich größere Dateien. Es gibt keinen Qualitätsverlust, nur unterschiedlich effiziente Kompressionsstufen, die alle dasselbe Bild liefern.

Daraus folgt eine wichtige Konsequenz für die Praxis: Wer ein JPG in ein PNG umwandelt, gewinnt keine verlorene Qualität zurück. Die beim JPG-Speichern entfernten Details sind weg und bleiben weg. Die PNG-Version friert lediglich den aktuellen, bereits komprimierten Zustand verlustfrei ein. Warum diese Umwandlung trotzdem sinnvoll sein kann, etwa um weiteren Generationsverlust zu stoppen, erklärt der Ratgeber JPG zu PNG verlustfrei umwandeln.

Farbtiefe und Farbumfang

Beide Formate beherrschen die für das Web übliche Farbtiefe von 24 Bit, also rund 16,7 Millionen Farben. Bei den Details gibt es jedoch Unterschiede.

JPG arbeitet praktisch immer mit 24 Bit Echtfarben und nutzt zusätzlich einen Trick namens Chroma-Subsampling: Farbinformationen werden gröber gespeichert als Helligkeitsinformationen, weil das Auge auf Helligkeit empfindlicher reagiert als auf Farbe. Das spart zusätzlich Platz, kann aber an scharfen Farbkanten zu leichten Säumen führen.

PNG ist flexibler. Es unterstützt mehrere Modi: Graustufen, indizierte Farben mit einer Farbpalette von bis zu 256 Einträgen (PNG-8) sowie volle 24-Bit-Echtfarben (PNG-24), jeweils optional mit Alphakanal. PNG-8 eignet sich hervorragend für einfache Grafiken mit wenigen Farben und ist dann sehr kompakt. Für farbenreiche Inhalte kommt PNG-24 zum Einsatz. Darüber hinaus kennt PNG sogar 16 Bit pro Farbkanal für besonders feine Abstufungen, was in der Bildbearbeitung gelegentlich genutzt wird.

Transparenz

Hier trennen sich die Wege deutlich. JPG kennt keine Transparenz. Jeder Bildpunkt ist vollständig deckend, ein freigestelltes Logo bekommt in JPG zwangsläufig einen Hintergrund, meist weiß.

PNG dagegen unterstützt vollwertige Transparenz über den Alphakanal. Jeder Bildpunkt kann nicht nur eine Farbe, sondern auch einen Grad an Durchsichtigkeit von vollständig sichtbar bis vollständig durchsichtig tragen. Das macht weiche Schlagschatten, abgerundete Ecken und freigestellte Objekte möglich, die sich nahtlos in jeden Hintergrund einfügen. Für Logos, Icons und Overlays ist das oft der entscheidende Grund, PNG zu wählen.

Dateigröße: eine Frage des Inhalts

Welches Format kleinere Dateien liefert, lässt sich nicht pauschal beantworten, es hängt vollständig vom Bildinhalt ab.

  • Bei Fotos gewinnt JPG klar. Ein typisches Foto ist als JPG ein Vielfaches kleiner als dasselbe Bild als PNG, bei kaum sichtbarem Qualitätsunterschied.
  • Bei Grafiken, Text und Screenshots gewinnt oft PNG. Solche Inhalte komprimiert PNG verlustfrei sehr effizient, während JPG hier nicht nur größer ausfällt, sondern auch hässliche Artefakte an Kanten erzeugt.

Wer die Größenunterschiede genauer verstehen und gezielt steuern möchte, findet im Ratgeber JPG und PNG: Dateigröße im Griff eine tiefere Betrachtung.

Die Vergleichstabelle

MerkmalJPG (JPEG)PNG
Eingeführt19921996
Kompressionverlustbehaftet (DCT)verlustfrei (DEFLATE)
Originaltreuewird beim Speichern reduziertexakt erhalten
Transparenzneinja (Alphakanal)
Farbmodi24 Bit EchtfarbeGraustufen, Palette, 24/48 Bit
Ideal fürFotos, NaturaufnahmenGrafik, Text, Logos, Screenshots
Dateigröße bei Fotoskleingroß
Dateigröße bei Grafikmittel, mit Artefaktenklein und sauber
Mehrfaches SpeichernGenerationsverlustkein Qualitätsverlust
Qualitätsreglerja (z. B. 0 bis 100)nein (immer volle Qualität)

Klare Faustregeln für die Formatwahl

Damit die Entscheidung im Alltag schnell fällt, hier die wichtigsten Daumenregeln:

  • Foto ohne Transparenz? Nimm JPG. Du sparst viel Speicherplatz bei kaum sichtbarem Qualitätsverlust.
  • Logo, Icon, Diagramm oder Screenshot? Nimm PNG. Harte Kanten und Text bleiben gestochen scharf, ohne Artefakte.
  • Brauchst du Transparenz? PNG ist die einzige der beiden Optionen, die das kann.
  • Wird das Bild mehrfach bearbeitet und neu gespeichert? PNG, denn es leidet nicht unter Generationsverlust.
  • Bild mit Text auf Foto, gemischt? Im Zweifel beide Varianten erzeugen und die kleinere mit akzeptabler Qualität wählen.

Eine vertiefte Entscheidungshilfe mit konkreten Beispielen bietet der Ratgeber Wann PNG statt JPG sinnvoll ist. Wer mehr über die Entstehungsgeschichte von PNG erfahren möchte, findet sie im Ratgeber Die Geschichte des PNG-Formats.

Umwandeln ohne Upload

Wenn du ein JPG in ein PNG umwandeln willst, etwa um eine saubere, verlustfreie Arbeitskopie anzulegen, geht das direkt im Browser. Der kostenlose Konverter auf jpgpng.de erledigt die Umwandlung vollständig lokal über die Canvas-API deines Browsers. Deine Bilder werden dabei nicht auf einen Server hochgeladen, sie verlassen deinen Rechner nicht. Das ist nicht nur schnell, sondern auch datenschutzfreundlich. Wer wissen will, warum lokale Verarbeitung beim Bildkonvertieren ein echter Vorteil ist, findet die Hintergründe im Ratgeber Datenschutz beim Bild-Konverter.

Fazit

JPG und PNG lösen unterschiedliche Aufgaben. JPG ist der Spezialist für Fotos: klein, effizient, verlustbehaftet. PNG ist der Spezialist für Grafik, Text und Transparenz: exakt, sauber, verlustfrei. Es gibt kein generell besseres Format, nur ein jeweils passenderes für den konkreten Inhalt. Wer sich an die Faustregeln hält, also Fotos als JPG und Grafiken oder transparente Bilder als PNG speichert, erzielt fast immer das beste Verhältnis aus Qualität und Dateigröße.

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Quellen

  • W3C: Portable Network Graphics (PNG) Specification
  • ISO/IEC 10918-1: JPEG Standard
  • MDN Web Docs: Image file type and format guide

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